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22.7.2008 von admin.
Nätürchlich habe ich gestern auf der Lästerbank im Kurpark gesessen- und zum Ausgleich stelle ich mich heute dem Lästern und Spotten zur Verfügung indem ich meinen Kur- Tagesdablauf schildere: Kommentare dann später.
Der Wecker klingelt um 6.20 Uhr - meist bin ich jedoch schon gegen 6.00 Uhr wach, weil ich nicht abgedunkelt schlafe und deshalb das Tageslicht mich schon geweckt hat. Dann beginne ich den Tag mit Meditation und einigen Yogaübungen; ich habe bisher geübt: Die Schwalbe, Das zusammengerollte Blatt, Die Berghaltung und die Tibetanischen Niederwerfungen; vor allem Letztere kann ich nach dem 3. Mal schon flüssiger. Alternativ dazu habe ich aus dem Qigong angefangen ‘Die Acht Brokaten’ zu üben. Ich denke ich werde jetzt mit diesen beiden Bewegungsübungen abwechselnd den Tag beginnen.
Ab 8.00 Uhr Frühstück - ich habe jetzt dem netten Fräulein beigebracht das ich ohne Aufforderung einen Kaffee an meinen Platz gestellt bekomme; ansonsten buffettförmig mit Vollkornbrötchen, Obst, Quark - manchmal einer Scheibe Schinken oder einer Scheibe Käse. Dann packe ich mir - ganz gegen jede Hoteletikette einen Proviantteller für Mittag (wieder ein Vollkornbrötchen und zwei Stück Obst - Apfel und/oder Banane und/oder Kiwi und/oder Birne.
Dann habe ich wechselnd - einen über den anderen Tag entweder frei bis 10.30 oder so ein H2O-Sprudelbad mit Melisse (lockert die Muskeln - wie Wirlpool) und schadet nicht. Dann oder vorher schwinge ich mich mit meinen Stöcken in den Kurpark zum Walken - auch ziehe ich mitlerweile größere Runden Richtung Salinental - heute in den Wald hoch - wo ich Mittfünziger begegnet bin, der ebenfalls walkend mit Hund und Musik am Ohr meinte mein Stil sei schon o.k. - nur noch mehr Gelenkeinsatz mit den Händen und mit Überschuh für die Stöcke empfohlen, damit ich nicht so abrutsche und nicht so ein entsetztliches Klappergeräusch mache; (die Männer haben immer etwas technisches am Sport- was sie interessiert). Dann zurück über den Kurpark zum mediteranen Wassertretbecken - wirklich ordentlich kalt - und die Füße hinterher in der Luft trocknen lassen.
Alle zwei Tage habe ich denn gegen 11 Massage und hinterher eine Fangopackung für den Rücken. Ein irgendwie muskelbepackter Masseur unbestimmten mittleren Alters macht eine luschige Rückenmassage und ist schrecklich depressiv - immer schlimmer - auch in Zukunft - die Leute werden immer älter - nur noch Aufzüge, früher kamen die Rentner noch Treppen hoch u.s.w..
Dann habe ich Mittagspause mit meinem Picknick auf dem Zimmer - Frau L. aus Bad Cleve wird wissen, das ich das liebe - und hierzu mache ich mir mit dem mitgebrachten Wasserbereiter einen Tee - nett nicht!
Ab 14.00 beginnt das Nachmittagsprogramm. Bisher gab es entweder kleine oder größere Wanderungen (geführte Gästewanderung oder mit Kur-Bekanntschaft selbständig unternommen, Fahrradtour oder Bahnenschwimmen in einem Freibad (24 Grad Wassertemeratur) und einmal Thermenlandschaft mit Saunagarten. Ab und an ist bei den Wanderungen eine Kaffee und Kuchenpause drin. Wenn ich Lust habe gehe ich zurück über den Kurpark und trinke von den besagten Quellen meine Portion. Um 18.00 Abendessen - meist warm, machmal als Buffett. Ich muss dem Koch noch beibringen das ich das Essen nicht so schrecklich versalzen mag - ich habe noch, im Unterschied zu den 70-80jährigen entwickelte Geschmacksnerven. Dann wieder hinunter in den Kurpark wo es fast jeden Abend Kurkonzerte giebt- das kann ich mir aber nur eine weile anhören - seichtes Operettenrepertoir - das Saal ist mit ca 300-400 Menschen gänzlich voll und leider von einem bömischen Orchester schrecklich verschliffen (Kaufhausmusik - zwischendurch merke ich, das die Musiker tatsächlich spielen können). Dann Lesesaal (aus dem 19.Jhd; geschmackvoll modernisiert) mit ca 50 Tageszeitungen - auch den Kölner Stadtanzeiger und Internet. In der Dämmerung einen kleinen Abendspaziergang und dann in’s Bett. Die Madame de Stael-Biografie von Christpher Herold - schon lange angefangen - habe ich noch nicht ausgelesen - bleibt aber unterhaltsam und spannend.
Zum Ablästern freigegeben wünscht die Kurgästin noch einen schöne weitere Woche;
ich jedenfalls habe noch einiges zu berichten - da morgen nun tatsächlich jüdische Kulturtage stattfinden - eine israelische Deligation ist heute abend in unserem Hotel angekommen - und die Festveranstaltungen=Rakocyfest am Donnerstag beginnen werden.
Liebe Grüße
Geschrieben in Badegast | 3 Kommentare »